Kleine Weinkunde aus Baden-Württemberg
Jede Region hat so ihre Eigenheiten - das gilt auch für Baden-Württemberg. So haben die Schwaben, Badner und Franken ihre eigene Weinsprache. Damit Sie mitschwätzen können erklären wir Ihnen hier regionaltypische Weinvokabeln.
Württemberg und Schwaben
Achtele: Diesem Begriff begegnen Sie ständig. Gemeint ist ein Achtel Wein.
Butte: Es ist der Korb den die Weingärtner bei der Lese auf dem Rücken tragen.
Hocketse: Dieses schwäbische Wort leitet sich von sitzen ab. Die Hocketse ist die Urform der Weinfeste. Bei diesen Dorffesten geht es zünftig zu. Zu meist volkstümlicher Musik, kulinarischen Schmankerln wie Zwiebelkuchen und Schupfnudeln, wird die schwäbische Gemütlichkeit gepflegt.
Räß: Hier geht es um den Gärungsprozess des neuen Weins. Es ist die Zeit des Federweißer, wie der neue Wein auch genannt wird. Der süsse Wein verändert sein Stadium durch Hefebakterien in räß. Dieser rauschige Wein wird hier mit Zwiebelkuchen genossen.
Schlotza: Die Schwaben und Württemberger trinken keinen Wein, sie schlotzen ihn.
Schorle: Die Schorle gibt es in rot und weiss, in süss und sauer. Gemeint ist Wein mit Mineralwasser.
Viertele: Das Viertele ist in dieser Region das Nationalheiligtum. Hier handelt es sich um ein Viertel Wein, sprich 0,25 Liter. Die Schwaben werden auch die Viertelesschlotzer genannt. Das typische Vierteleglas hat einen Henkel und ist ohne Stiel.
Wengert: Als Wengert wird der Weingarten bzw. der Weinberg bezeichnet. So bezeichnen sich die Weingärtner und Winzer sich als Wengerter.
Baden und Pfalz
Kerwe: Seit dem Mittelalter gibt es den Begriff Kerwe. Gemeint sind Kirchweihfeste. Am Namenstag des gewählten Schutzheiligen der Kirche wird ausgiebig gefeiert. Zahlreiche Weingüter schenken ihren Wein aus, es ist die Zeit der Schoppengläser.


