Das Besenbuch 2011
Eine Besenwirtschaft, oder einfach nur Besen genannt, ist ein Gastbetrieb. Besenwirtschaften werden von Winzern und Weinbauern, in separaten Räumen ihres Hofes, in den Räumen des Wohnhauses, Weinkellern oder Scheunen eröffnet. Die urigen Gastbetriebe haben durch gesetzliche Bestimmungen nicht das ganze Jahr über geöffnet.
Die Geschichte der Besenwirtschaften geht zurück bis in die Zeit Karl des Großen. Dieser erlaubte im 9. Jh. den Ausschank von Wein und einfachem Essen, in sogenannten “Kranzwirtschaften“, den Vorgängern der heuteigen Besen.
Ausgeschenkt werden in Besenwirtschaften vorwiegend Wein aus eigenem Anbau. Während der “Besensaison“ sind diese traditionellen Gaststätten sehr beliebt.
Die Besensaison ist 4 Monate lang. Hierbei ist es dem Besenbetreiber selber überlassen ob er seine Öffnungszeiten auf 2 Etappen verteilt. Neben den günstigen Preisen ist der Besuch eines Besens eine sehr gesellige Angelegenheit. Liebhaber des einfachen und deftigen Essens, können hier Kleinigkeiten bestellen. Auf den Speisekarten der Besenwirtschaften sind nur kleine, nicht aufwendig herzustellende Gerichte zu finden. Speisen wie ein Vesperbrett, Landjäger mit Brot, Käsebrett, Wurstsalat oder Ripple. Es gibt auch warme Gerichte. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen da die Schlachtplatte mit Kraut und Mautaschen in verschiedenen traditionellen Variationen.
Die Buchautorin Brigitte Jacobi hat 535 Besenwirtschaften und Straußwirtschaften zusammengetragen. Präzise und leicht verständlich sind die Besen, deren Spezialitäten und Anfahrt beschrieben. Entstanden ist der etwas andere “Reiseführer“. Wer in uriger Winzeratmosphäre preiswert und gut essen möchte und dabei auf ein Glas guten Wein Wert legt, der findet mit dem “Besenbuch“ sicher sein Ziel.
Erschienen im Wetterhuhn Verlag, ISBN 978-3-929426-23-6




