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Die Schwabenkinder

Die sogenannten Schwabenkinder sind eine düstere Episode in der Geschichte. Von Anfang des 17. Jahhunderts, bis ins 20. Jahrhundert, wurden 6 bis 14jährige Kinder, der erdrückend armen Bevölkerung aus Tirol, Vorarlberg und der Südschweiz, über die Allgäuer Alpen nach Oberschwaben verkauft. Sie mussten den Rest der Familie ernähren.
Bevor die ganze Familie verhungern musste, nahmen die Landarbeiter den Schmerz der Trennung auf sich. Meist hatten die Kinder nichts als das was sie am Leib trugen. Oftmals hielten auch die Schuhe, auf dem langen Weg über das Gebirge, nicht stand. Wie Vieh wurden die Schwabenkinder auf den sogenannten "Kindermärkten" zum Kauf angeboten. Jedes Jahr wurden ca. 6.000 Kinder aus der Gebirgsregion verkauft. Nur selten wurden die Kinder in ihren Dienstfamilien freundlich und herzlich aufgenommen. Oftmals wurden sie wie Sklaven behandelt. Erst 1915 wurden die Kindermärkte abgeschafft.

Der historische Roman “ Die Schwabenkinder“ spielt genau in dieser Zeit. Die in Not geratene Bauernfamilie Meser, aus dem Bregenzer Wald, beschließt ihren neunjährigen Sohn Kaspanaze, der älteste von drei Geschwistern, auf den Kindermarkt nach Ravensburg zu schicken. Eindrucksvoll wird die Wanderung vom Elternhaus zum Kindermarkt beschrieben. In Ravensburg wird der Junge von dem unmenschlichen, grausamen Bauern Gebstetter ersteigert. Kaspanaze erträgt jedoch schon nach kurzer Zeit das Leben auf dem Hof des Bauern und seiner ständig keifenden Frau nicht mehr. Eine abenteuerliche Flucht beginnt.
2003 wurde der Roman verfilmt. Die erfolgreiche Verfilmung von Jo Baier, mit Tobias Moretti erhielt den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie.
Spannend und einfühlsam schreibt der Autor Elmar Bereuter auf 400 Seiten, die Geschichte des tapferen Jungen und enthüllt zugleich ein "grausame Kapitel europäischer Regionalgeschichte". Das Buch beschreibt sehr eindringlich die Sorgen und Nöte von Kaspanaze, so dass man innerlich die fürchterlichen Lebensbedingungen nachgefühlt. Der Schreibstil und die ergreifende Geschichte machen es dem Leser schwer Lesepausen einzulegen.

Erschienen im Piper Verlag, ISBN: 978-3492-24066-6