Was wären die Schwaben ohne Spätzle.
Spätzle werden auch Spätzla, Spatzen, oder Schwäbische Nudeln genannt. Gemeinsam mit dem Schwäbischen Rostbraten, den Maultaschen und den Laugenbrezeln, sind sie einer der Säulen der schwäbischen Küchenkultur.
Das Grundnahrungsmittel aus Mehl, Eiern, Wasser und Salz, sind die Beilage der Region schlechthin. Spätzle werden zu fast allen Gerichten gegessen, zum Braten, zum Wild, zum Zwiebelrostbraten, in Suppen, oder als Kässpätzle.
Die genaue Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Auf Gemälden, aus dem frühen Mittelalter, sieht man Köche beim Schaben von Spätzle. Urkundlich erwähnt werden Spätzle erstmalig Anfang des 18. Jahrhunderts, auch wenn man die schwäbischen Nudeln schon wesentlich früher herstellte. Historiker gehen davon aus, dass Spätzle zunächst ein Essen der armen Bevölkerung war. Arm waren im Mittelalter fast alle Menschen der Region, die einst das Armenhaus Deutschlands war. Spätzle waren nahrhaft und sättigend. Lange Zeit waren Späzzle bekannt als die "Bettellleits Nudla“ (Nudeln der Bettler). Denoch waren die Teigwaren von Anfang an auch bei der sogenannten besseren Gesellschaft (Oberschicht) beliebt. Überlieferungen berichten, dass schwäbische Soldaten mit Kaiser Barbarossa ins heilige Land zogen, Im Gepäck das Schwert und Spätzlesbrett.
Im Vergleich zu anderen Nudelsorten sind Spätzle weicher (nicht bissfest). Durch ihre Zubereitungsart ist die Oberfläche der Teigwaren rauer. Wegen dieser Konsistenz bleibt Soße besser an den Nudeln haften. Fragt man einen Schwaben, ob Spätzle Nudeln sind, wird er es mit Sicherheit verneinen. Fakt ist jedoch, das aufgrund der Herstellungsart, die Spätzle schon als eine Nudelsorte ansehen muss. Der Unterschied zwischen den beiden Teigwaren besteht darin, dass verschiedene Nudelsorten trocken, in das kochende Wasser kommen. Spätzle dagegen kommen in einer breiartigen, zähflüssigen Konsistenz in das kochende Wasser.
Wenn eine Speise, wie die Spätzle eine Region so geprägt hat, dann braucht sie ein Museum. 25 km südlich von Reutlingen, auf der Schwäbischen Alb, befindet sich in Trochtelfingen das Spätzlemuseum. In der Ausstellung kann man viel Interessantes und kurioses, über dieses Kapitel der süddeutschen Kochkultur erfahren. Es werden verschiedene Spätzlemaschinen, Spätlesbretter und Knöpflesiebe präsentiert. In der offenen Küche findet Schaukochen statt und zum Probieren gibt es auch etwas.
In der heutigen schnellebigen Zeit, ist es natürlich leicht ein Paket Spätzle im Supermarkt zu kaufen, diese nach Packungsanleitung zu garen und diese Teigwaren seinen Lieben zu servieren. Dennoch es geht nichts darüber, die Sonntagsspätzle wie zu Großmutters Zeiten, selber zu machen. Auch wenn das Schaben für ungeübte “Spätzlekocher“ nicht ganz einfach ist. Der geschmackliche Unterschied ist überwältigend.
Schwäbische Kässpätzle
Ein deftiger Genuss.




