Die Binnenschifffahrt auf dem Neckar
Erste Transporte auf dem Neckar gab es zur Zeit der Römer. Zwischen 85 und 155 nach Christus, war der Fluss die nordöstlichste Grenze des römisches Reiches und verlief zwischen Rottenburg am Neckar und Bad Wimpfen. Damals wurde der Neckar ausschliesslich zum Flössen von Holz genutzt.
Der Plochinger Hafen
Hier werden jährlich bis zu 1 Mio.t Güter umgeschlagen
Auch im Mittelalter war der Fluss ein wichtiger Transportweg für Brenn- und Nutzholz. Das Holz aus dem Schwarzwald und Schurwald war in Europa sehr begehrt. Es wurden Wehre gebaut und an einigen Flussabschnitten der Neckar gestreckt. Von März bis Juli und von September bis Oktober wurde dann geflößt. Wichtigsten Transportgut waren Eichen für den Schiffsbau. Über den Rhein wurden Sie bis nach Holland verbracht. Holz war aber auch in der damaligen Bauwirtschaft nicht wegzudenken. Ohne Neckar und Enz wäre es nicht möglich gewesen, Anfang des 18. Jahrhunderts, das Schloss Ludwigsburg zu erbauen. Das meiste Bauholz wurde über die Flüsse herbeigeschaft.
Zur selben Zeit entwickelte sich auch der Transport mit Treidelkähnen. Mit dem steigenden Handel, ab dem 16. Jahrhundert, gehörten die Treidelschiffe auf dem Neckar zum Alltagsbild. Sie wurden von Menschen oder Pferden stromaufwärts gezogen.
Der Mast mit dem Segel kam meistens nur flussabwärts zum Einsatz. Es muss eine schwere Arbeit gewesen sein, die Schiffe über den Leinpfad, mit Hilfe der Zugleine zu ziehen. Bis Mitte des 16. Jahhunderts verkehrten die Treidelkähne überwiegend zwischen Mannheim und Heilbronn.
Plochinger Hafen
Umschlag von Baumaterialien
Bis zum frühen 18. Jahrhundert waren die Stuttgart und der Obere Neckar vom Rhein abgeschnitten. Das Heilbronner Stapelrecht untersagte die Schiffsdurchfahrt in dieses Gebiet. Aber ab dem Jahr 1821 ging es dann mit dem Gütertransport steil bergauf. Mit dem Bau des Wilhelmkanals, wurde der Neckar von Cannstatt bis zum Rhein schiffbar. Die Treidelkähne verloren ab der Mitte des 19. Jahrhunderts, mit dem Bau der Eisenbahnen und der Neckar-Kettenschlepperei ihre Bedeutung. Die Neckarflößerei hatte bis Anfang des 20. Jahrhunderts bestand.
Ab 1878 wurde im Neckar, zwischen Mannheim und Heilbronn, eine 115 km lange Kette verlegt. An ihr konnten sich die damaligen Dampfschiffe, die sogenannten Neckaresel flussaufwärts ziehen.
Ab 1921 erfolgte dann der Ausbau zur Großschifffahrtsstraße. Bis 1968 wurden insgesamt 27 Staustufen erbaut, welche den Neckar zwischen Mannheim und Plochingen schiffbar machen. Die wichtigsten Häfen entlang des Flusses sind heute Plochingen, der Neckarhafen Stuttgart, Heilbronn der achtgrößte Binnenhafen Deutschlands und Mannheim, der zweitgrößte Binnenhafen in Deutschland.






