Brauereien und Biervielfalt in Baden-Württemberg
Viele Getränke werden automatisch mit einer Nationalität in Verbindung gebracht. Denkt man bei Wodka automatisch an die Russen, so bei Franzosen zwangsläufig an den Champagner. Das Nationalgetränk der Deutschen ist ohne Übertreibung Bier.
Ob ein Helles, Pils, Märzen, Weizen oder Alkoholfreies, ob pur oder gemischt, Bier ist eines der Lieblingsgetränke in Baden-Württemberg.
Erste Nachweise auf „bierähnliche“ Getränke findet man schon in Überlieferungen, die mehr als 5000 Jahre alt sind. Diese Getränke hatten mit unserem heutigen Bier nicht viel gemeinsam.
Seit dem frühen Mittelalter braute man Bier in den Klosterbrauereien. Dieses Getränk war vor allem in der Fastenzeit sehr beliebt, war man doch der Überzeugung „Flüssiges bricht das Fasten nicht“. Wenn Sie denken, dass “Männergetränk“ Bier sei von je her von Männern gebraut worden der irrt. Denn es gab auch Frauenklöster in denen der Gerstensaft hergestellt wurde. Die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) schrieb einst wissenschaftlich über die Braukunst. In Ihrem Buch, “Von dem inneren Wesen der Naturen“, schrieb sie über die Wirkung des Hopfens auf die Menschen. Sie wurde 81 Jahre alt, was damals ein biblisches Alter war. Ob man ihr langes Leben dem Genuss von Bier zuschreiben kann, weiß man nicht genau. Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, denn in den schweren Zeiten, lieferte das Getränk den Menschen viele lebenswichtige Vitamine. Aber sie war keineswegs die erste Bierbrauerin in der Geschichte. Bei den Germanen, so weiß man aus Überlieferungen, gehörte das Brauen von Bier, ebenso wie das Kochen zu den Aufgaben der Frau. Im Mittelalter gehörte sogar der Braukessel zur Mitgift. Damals galt der Brauch, nach dem Brauen die Nachbarinnen zu Bier und Brot einzuladen. Das sogenannte Bierkränzchen war ein wichtiger Bestandteil im dörflichen Leben. Übrigens hat sich aus diesem Bierkränzchen, im Laufe der Jahrhunderte, das heute noch bekannte Kaffeekränzchen entwickelt.
Bier entwickelte sich im Mittelalter als wahrer Exportschlager. Der Reichtum der Hansestädte kam zum großen Teil zustande, dass man Bier in alle Länder, der damals bekannten Welt verschiffte. Auch die ärmeren Schichten tranken im Mittelalter Bier. Das Getränk hatte wesentlich weniger Alkohol als heute. Da durch das Kochen Bier keimfrei war, war es wesentlich sauberer als das damalige Trinkwasser. So galt es als Usus auch Kindern Bier zu geben. Der hohe Kaloriengehalt des Bieres, machte das gebraute Getränk zu einer beliebten Nahrungsmittelergänzung.
Um 1500 erfand man wegen des hohen Bierkonsums die Biersteuer. Einige Jahre später durfte das Bier nur nach dem Reinheitsgebot gebraut werden. Ab diesem Zeitpunkt, dem 23. April 1516, durften zur Herstellung von Bier nur noch Wasser, Hopfen und Malz benutzt werden. Kräuter wie im Mittelalter waren nicht mehr erlaubt. Dieses Reinheitsgebot ist bis heute bestehen geblieben.
Einen wahren Boom erlebten die Brauereien am Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals gab es mehr als 10.000 Brauereien in Deutschland.
Heute gibt es in Baden-Württemberg noch über 100 Brauereien. Viele davon sind sind regionale Gasthaus- und Kleinbrauereien, die Ihr Bier nach althergebrachten Rezepten brauen. Viele dieser Familienbetriebe erfreuen den Markt mit innovativen Neukreationen.
Auf den folgenden Seiten erfahren Sie viel rund um den Gerstensaft und wir möchten Ihnen einige Brauereien vorstellen.







